Der Sammelband enthält zwei Werke von Michail Lermontow: "Herzogin Ligowskaja" und "Ein Held unserer Zeit". Es sind Texte, in denen der Bruch zwischen dem Menschen und der Welt, in die er hineingezogen wird, besonders stark spürbar ist.
Die Helden Lermontows sind intelligent, verletzlich, komplex. Sie fühlen die Unechtheit subtil, bemerken Details, verstehen mehr, als ihnen gut tut – und können deshalb nicht "so leben, wie es sein sollte". Sie versuchen, in einer Welt zu leben, in der bereits alles im Voraus für die Menschen entschieden ist: wo es unangenehm ist, zu fühlen, und wo es unbequem ist, man selbst zu sein. Sie lehnen das Leben nicht ab, können jedoch keinen Ort finden, an dem es wirklich warm und frei wäre.
Diese Geschichten handeln von einem inneren Druck, der nicht nachlässt, nicht von Liebe oder Schicksal, sondern von dem Versuch, etwas Echtes in sich selbst zu bewahren, wenn nur Erwartungen und Rollen um einen herum sind. Und darin liegt das Wesentliche: Lermontow schreibt über einen Menschen, dem es in jeder Zeit schwerfällt, er selbst zu sein.