Was stellen Sie sich vor, wenn Sie "postmortale Fotografie" hören? Beängstigende Bilder geschmückter Leichen aus der viktorianischen Ära? Oder zufällig gefundene Karten von Dorffuneralen? Jeder von uns hat mit diesem Phänomen zu tun gehabt und oft die Frage gestellt: Warum ist das überhaupt notwendig? Die Autorin dieses Buches, Lisa Swetlova, erzählt nicht nur von der Geschichte der postmortalen Fotografie, sondern auch von ihrer Gegenwart und erklärt, wie wir durch solche Praktiken lernen, den Tod nicht zu fürchten, sondern ihn zu akzeptieren und mit dem Verlust nahestehender Menschen umzugehen.
Worum es in diesem Buch geht:
- dass moderne postmortale Fotografien existieren und darüber ohne Brutalität, Trash und Fetisch gesprochen werden kann, sondern mit Aufmerksamkeit, Staunen, Mitgefühl und sogar Rührung;
- über familiäre Praktiken, persönliche Fototagebücher, postmortale Blogs und wie sie helfen, den Verlust eines nahestehenden Menschen zu verarbeiten;
- wie die Modeindustrie das Bild des Todes ästhetisiert und warum das Altern, Krankheiten und das Ableben von "Superhelden" helfen, das eigene Alter und die Endlichkeit zu akzeptieren;
- warum Fotografen dokumentarische Projekte in Leichenschaua und Hospizen aufnehmen und was Vietnamkriege und Krimiserien im Fernsehen damit zu tun haben;
- und auch über Serienmörder, das Phänomen der "verborgenen Mütter", Sterbebegleiter, "grüne" und "lebendige" Bestattungen und "Todescafés".
In dem Buch finden Sie nicht nur alle aktuellen Forschungen, sondern auch Anleitungen zur Selbsthilfe bei Verlust von Angehörigen und Freunden sowie persönliche Geschichten und weltweite Erfahrungen von Forschern und Fotografen, die sich mit postmortalen Fotografien beschäftigen. Ein Teil der Fotografien darin stammt von der Autorin selbst, ein anderer Teil wurde von Menschen eingesandt, die ihre Erfahrungen mit Trauer geteilt haben.
Über die Autorin: Lisa Swetlova, Fototheoretikerin, Kuratorin, Gründerin des Projekts zur Untersuchung von Sterben, Tod und Unsterblichkeit, big death lab