Die junge Provinzlerin André Sentorens kommt nach Paris, um die Stadt zu erobern, wo sie sich in einen Angestellten der sowjetischen Botschaft verliebt und ihn heiratet. Als sie 1930 mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in Moskau ankommt, macht sie selbst die unerfreulichsten Seiten des Lebens im "Staat der Arbeiter und Bauern" durch: Totale Knappheit, Armut, die Lügen der Staatspropaganda, die Angst vor dem NKWD, Massenrepressionen.
Bald wird auch ihr selbst beschieden sein, durch die Kreise der Gulag-Hölle zu gehen. Nachdem sie zwei Haftstrafen in den stalinistischen Lagern abgesessen hat und 1956 nach Frankreich zurückkehrt, veröffentlicht Sentorens in Paris das Buch "Siebzehn Jahre in sowjetischen Lagern", das jedoch unbeachtet blieb und heute eine bibliografische Rarität ist.
Die russische Ausgabe des Buches von André Sentorens, ergänzt mit Dokumenten und Fotografien aus russischen und französischen Archiven sowie aus privaten Sammlungen, ist ein Versuch, den zu Unrecht vergessenen Namen zurückzubringen und die Aufmerksamkeit der Leser auf das Schicksal einer außergewöhnlichen und tapferen Frau zu lenken.