«Inspektor Imanisi ermittelt» — ein sozialer Kriminalroman über eine polizeiliche Ermittlung, in der Inspektor Imanisi versucht, die Identität des ermordeten Mannes zu klären und dem Verbrechen anhand zufälliger Gesprächsfetzen, Dialekten und kaum wahrnehmbaren Verbindungen zwischen Menschen auf die Spur zu kommen. In der Nähe des Bahnhofs Kamata wird eine blutige Leiche gefunden, und der Fall droht fast zu stagnieren: Das Gesicht des Opfers ist entstellt, es gibt nur wenige Zeugen, und der Ermittlungsbehörde bleiben nur verstreute Details. Zusammen mit einem jungen Partner reist der Ermittler durch verschiedene Regionen Japans, vergleicht Aussagen und rekonstruiert alte Verbindungen des Ermordeten. Allmählich führt die Ermittlung in die Nachkriegsgesellschaft, in der das individuelle Schicksal eng mit den Veränderungen des ganzen Landes verbunden ist.
- Eitaro Imanisi — leitender Inspektor der Tokyoter Polizei. Er führt die Ermittlungen ruhig, gründlich und ohne überflüssige Gesten, verlässt sich nicht auf spektakuläre Vermutungen, sondern auf Geduld, Routen, Gespräche und die Überprüfung von Kleinigkeiten.
- Yoshimura — junger Partner des Inspektors. Er hilft, Informationen zu sammeln und begleitet seinen älteren Kollegen auf Reisen, ergänzt dessen Erfahrung mit Energie und Aufmerksamkeit für die neue städtische Umgebung.
Eine wichtige Rolle spielt auch das Opfer selbst — ein ehemaliger Polizist, dessen Vergangenheit der Schlüssel zum Fall wird. Auf der anderen Seite stehen die Mitglieder der Nouveau Group, einer Gruppe junger avantgardistischer Kreativer, die mit neuen Ideen und Konflikten des Nachkriegsjapans verbunden sind.
Das Buch gehört zu den bekannten sozialen Kriminalromanen von Seityo Matsumoto. Dabei sind nicht nur die Beweise wichtig, sondern auch der nachkriegsjapanische Kontext: der Unterschied zwischen Hauptstadt und Provinz, kulturelle Veränderungen, die Spur alter Biografien im neuen Leben. Die Erzählung verläuft gemächlich und detailliert: Der Autor arbeitet sorgfältig mit Fahrplänen, Reisen, polizeilichen Routinen und alltäglichen Details. Der Roman erscheint erstmals in russischer Sprache, und seine Handlung bildete später die Grundlage für die Verfilmung «Festung im Sand».