Ihr Leitfaden zur zehnten Jahrestagung von Meduza
"Nein" ist eine von der Meduza-Redaktion kuratierte und organisierte Ausstellung in der Galerie Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin, die Künstler und Journalisten zusammenbringt, um über die Ereignisse des vergangenen Jahrzehnts nachzudenken und zu erkunden, warum die Welt so zerbrochen geworden ist. Dieses Buch, das zur Eröffnung der Ausstellung veröffentlicht wurde, ist nicht nur ein vollständiger Leitfaden, sondern enthält auch zusätzliches Material, das in Berlin nicht gezeigt wurde.
Wie die Ausstellung selbst ist das Buch in neun Abschnitte unterteilt, die auf den wichtigsten Themen basieren, die die Kuratoren identifiziert haben, indem sie 10 Jahre Meduza-Schlagzeilen überprüft haben: Diktatur, Zensur, Exil, Krieg, Widerstand, Angst, Einsamkeit, Polarisation und Hoffnung.
Jedes Kapitel wird mit einem Essay eingeleitet, der exklusiv für das Projekt verfasst wurde. In "Zensur" beispielsweise beschreibt eine anonyme Meduza-Journalistin, die weiterhin in Russland arbeitet, wie staatliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit sie gezwungen haben, stets Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und effektiv ein Doppelleben zu führen. In "Einsamkeit" schreibt eine Mutter, die Russland nie verlassen hat, anonym über die Trennung von ihrem Sohn, der für Meduza arbeitet, und teilt mit, wie es ist, in einem Land zu leben, in dem Ihr geliebter Mensch mit einer verbotenen "unerwünschten Organisation" in Verbindung gebracht wird.
Das Buch enthält auch Interviews mit Künstlern, Fotos ihrer Arbeiten und Auszüge aus den redaktionellen Diskussionen von Meduza sowie eine Reihe von Monologen aus Mikhail Durnenkovs Dokumentarprojekt, das auf Gesprächen mit Meduza-Journalisten und Freunden der Redaktion basiert. Dazu gehören der Bericht von Meduza-CEO Galina Timchenko darüber, wie sich die Medienzensur im modernen Russland entwickelt hat, der Filmkritiker Anton Dolin über seine Erfahrungen bei der Emigration ins Ausland und die Journalisten Elena Kostyuchenko, Lilia Yapparova und Taisia Bekbulatova über die Berichterstattung über den Krieg Russlands gegen die Ukraine.
Wir widmen "Nein" und dieses Buch allen, die sich weiterhin trauen zu widerstehen.