Çingiz Aytmatov (1928 – 2008) – herausragender kirgisischer und sowjetischer Schriftsteller, Prosaist, Publizist, staatlicher und gesellschaftlicher Akteur. Seine Werke, geschrieben in kirgisischer und russischer Sprache, sind in Dutzende von Sprachen der Welt übersetzt und gehören zum goldenen Fundus der Weltliteratur. Das Schaffen von Ç. Aytmatov hatte einen enormen Einfluss auf die Weltliteratur und das Kino.
Im Zentrum der Erzählung steht das tragische Schicksal eines Jungen, der, auf der Suche nach seinem im Meer vermissten Vater, in einen Strudel von Ereignissen hinein gezogen wird, wo Realität mit alten Legenden und Glaubensvorstellungen verwoben ist. Kirisk, wie auch sein Vater, steht vor der rauen Kraft der Natur und dem mystischen Bild des gescheckten Hundes, der, gemäß volkstümlichen Überlieferungen, am Rand des Meeres erscheint und Unglück vorhersagt.
"Der gescheckte Hund, der am Rand des Meeres läuft" ist nicht nur eine Erzählung über das Schicksal von Kirisk, sondern eine philosophische Reflexion über den Platz des Menschen in der Welt, über seine Verbindung zur Vergangenheit und Zukunft, über die Kraft der Erinnerung und darüber, wie alte Legenden und Naturgesetze weiterhin in den Seelen der Menschen leben, selbst unter den Bedingungen einer sich verändernden Welt. Durch die Linse der kindlichen Wahrnehmung erhebt der Autor ewige Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach der menschlichen Pflicht, nach dem Kampf zwischen Gut und Böse, nach der Zerbrechlichkeit des Daseins und der Stärke des Geistes.