Die Idee der Utopie stammt von Platon, der in seinem "Staat" das erste Modell einer idealen Gesellschaft in der Geschichte des europäischen Denkens geschaffen hat. Das Genre der literarischen Utopie – also das Werk, das eine Gesellschaft beschreibt, die aus...
der Perspektive des Autors vollkommen glücklich ist – ist jedoch relativ jung: Ihr offizieller Schöpfer gilt als der herausragende britische Humanist des 16. Jahrhunderts, Thomas Morus. Er verlieh seiner "wunderbaren Insel" (und gleichzeitig dem gesamten Genre) den Namen "Utopie" – entweder von griechisch "gutes Land" oder von griechisch "Land, das es nicht gibt". Wie stellten sich die großen Träumer der fernen Vergangenheit eine ideale Gesellschaft vor? Thomas Morus ließ in seiner idealen Gesellschaft die Existenz von Sklaven zu. Tommaso Campanella präsentierte den schockierten Zeitgenossen exzentrische Ideen zur staatlichen Erziehung von Kindern. Francis Bacon besang eine Gesellschaft, die sich den Errungenschaften der Wissenschaft – vom "ewigen Motor" bis zum Telefon – in den Dienst stellte. Und Cyrano de Bergerac schuf eine paradoxe und komische Welt, bevölkert von fantastischen Wesen… Die Gesellschaften, über die in diesem Sammelband zu lesen sein wird, werden dem modernen Leser wahrscheinlich nicht als "utopisch" im gewohnten Sinne erscheinen – umso interessanter wird es sein zu erfahren, wie das Glück der Menschheit vor vielen Jahrhunderten vorgestellt wurde.
Die Idee der Utopie stammt von Platon, der in seinem "Staat" das erste Modell einer idealen Gesellschaft in der Geschichte des europäischen Denkens geschaffen hat. Das Genre der literarischen Utopie – also das Werk, das eine Gesellschaft beschreibt, die aus der Perspektive des Autors vollkommen glücklich ist – ist jedoch relativ jung: Ihr offizieller Schöpfer gilt als der herausragende britische Humanist des 16. Jahrhunderts, Thomas Morus. Er verlieh seiner "wunderbaren Insel" (und gleichzeitig dem gesamten Genre) den Namen "Utopie" – entweder von griechisch "gutes Land" oder von griechisch "Land, das es nicht gibt". Wie stellten sich die großen Träumer der fernen Vergangenheit eine ideale Gesellschaft vor? Thomas Morus ließ in seiner idealen Gesellschaft die Existenz von Sklaven zu. Tommaso Campanella präsentierte den schockierten Zeitgenossen exzentrische Ideen zur staatlichen Erziehung von Kindern. Francis Bacon besang eine Gesellschaft, die sich den Errungenschaften der Wissenschaft – vom "ewigen Motor" bis zum Telefon – in den Dienst stellte. Und Cyrano de Bergerac schuf eine paradoxe und komische Welt, bevölkert von fantastischen Wesen… Die Gesellschaften, über die in diesem Sammelband zu lesen sein wird, werden dem modernen Leser wahrscheinlich nicht als "utopisch" im gewohnten Sinne erscheinen – umso interessanter wird es sein zu erfahren, wie das Glück der Menschheit vor vielen Jahrhunderten vorgestellt wurde.
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