Die britische Schriftstellerin Olivia Manning kam zu Beginn des Zweiten Weltkriegs mit ihrem Mann auf die Balkanhalbinsel und kehrte bis 1945 nicht nach England zurück, wobei sie von Rumänien nach Griechenland und von Griechenland nach Ägypten zog. Diese Reisen sind ihrer Balkan-Trilogie gewidmet, die Anthony Burgess als das beste Zeugnis über den Krieg in der britischen Belletristik bezeichnete.
Manning war weder an den Schlachtfeldern noch in Krankenhäusern, sie kämpfte nicht gegen das Regime oder gegen feindliche Besatzer. Sie versuchte, in einer destabilisierten Welt ein normales Leben zu führen, ohne in Panik zu verfallen.
So ist auch ihre Protagonistin Harriet – eine Frau, die eher schweigt und beobachtet, als zu handeln. In der „Balkan-Trilogie“ entfaltet sich um Harriet, durch die Linse ihrer Gedanken und Gefühle, für die Leser ein Panorama einer speziellen säkularen Gesellschaft – von der Lebensrealität losgelöste Aristokraten, machtlose Diplomaten, in Not geratene Bankiers, verwirrte Journalisten und einfach Emigranten, die es geschafft haben, sich kurzzeitig vor dem Krieg zu verstecken und stets bereit sind, sich erneut auf den Weg zu machen.