Warum brauchen Sie Tarotkarten, wenn Sie nicht hellsehen wollen? Im Jahr 1912 beantwortete der russische Philosoph und Mystiker Pjotr Uspenski diese Frage in seinem Buch "Tarot-Symbole". Er verwendete die Karten als Trainingsgerät für den Verstand, als Werkzeug zur Selbstentdeckung und zur Veranschaulichung komplexer Konzepte.
Uspenski ging mit Tarot unkonventionell um: Er änderte die Namen und die Reihenfolge der Arkana, mischte Bilder aus zwei Decks und stellte dann aus ihnen eine künstlerische Erzählung im Geiste des Symbolismus zusammen. Sein Ansatz — kühn und zutiefst persönlich — ähnelte eher einem künstlerischen Projekt als einem strengen System.
Neben "Tarot-Symbolen" umfasst die angebotene Sammlung frühe Arbeiten von Pjotr Uspenski, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden — in der Epoche der russischen "Zeitlosigkeit". Diese Texte helfen, die Hauptidee des Autors besser zu verstehen: "Vor allen anderen menschlichen Wegen, die Geheimnisse der Natur zu ergründen, steht die Kunst".
Uspenski glaubte, dass Poesie, Malerei, Theater — aktuelle Formen der okkulten Praxis sind. In seinen Texten lehrt er keine alte Weisheit, sondern lädt den Leser zur gemeinsamen Kreativität ein.