Als Kira Bulychev in einem Interview beim Fernsehsender «Kultur» gefragt wurde, was das Wichtigste aus allem sei, was er geschrieben hat, antwortete der Meister, dass er ein Werk hat, wenn nicht seines ganzen Lebens, dann zumindest des letzten Jahrzehnts. Der Zyklus «Der Fluss Chronos», davon sprach er. In den Romanen, die zum Zyklus gehören, finden beide kreativen Aspekte des Schriftstellers ihren Ausdruck: Geschichte und Literatur. Sie vereinen die unterschiedlichsten literarischen Strömungen: von Familiensaga über Science-Fiction, alternative Geschichte, Krimi, Liebesroman, Satire bis hin zu Lebensdrama... Der Fluss Chronos, so Bulychev, ist ein widerspenstiger Fluss, wie die Geschichte selbst. Man kann eintauchen — und ganz woanders wieder auftauchen, als man erwartet, und sehen, dass alles ganz anders ist, als man hofft zu sehen. Zum Beispiel Konstantinopel-Istanbul, erobert von den russischen Truppen, die im Ersten Weltkrieg gesiegt haben. Oder die Krönung des Sohnes von Kaiser Nikolai... Die Hauptfiguren der Romane des Zyklus, Andrei und Lydia Berestov, durchlaufen die Fleischwolf aller Übel, die Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts getroffen haben — von der Hölle des Weltkriegs bis zu den Februar- und Oktoberrevolutionen und den späteren Ereignissen. Das fantastische Gerät, das Andrei als Erbe erhalten hat, ermöglicht es den Helden des Zyklus, durch die Zeit zu reisen, und diese wunderbare Eigenschaft gab Kira Bulychev die Möglichkeit, die Geschichte unseres Landes so zu beschreiben, wie er sie mit den Augen eines unvoreingenommenen Beobachters sah.