Daniel Defoe — einer der vielseitigsten Schriftsteller seiner Zeit, anerkannt als Wegbereiter des europäischen realistischen Romans. Seiner Feder entstammen zahlreiche Werke verschiedener Genres, jedoch beschreibt die prägnante Epitaff auf seinem Grabstein am besten Defoes Beitrag zur Weltliteratur: «Daniel Defoe, Schöpfer von „Robinson Crusoe“».
Bei aller scheinbaren Einfachheit, die «Robinson Crusoe» zu einem unverzichtbaren Begleiter der Kindheit machte, ist das Werk bemerkenswert vielschichtig: Es ist sowohl ein Reisebericht als auch ein Musterbeispiel des Abenteuerromans und eine besondere Art der Inselutopie, die den Namen des Hauptcharakters trägt — «Robinsonade». Ebenso ist es ein «Traktat über natürliche Erziehung», ein eindrucksvolles Bekenntnis des Protagonisten und eine philosophische Parabel über den Sinn des menschlichen Lebens.
Während das erste Buch über die Abenteuer von Robinson für die meisten Leser aus der Kindheit bekannt ist, ist die Fortsetzung — «Weitere Abenteuer von Robinson Crusoe» — nicht so weit verbreitet. Doch gerade dieser Teil setzt nicht nur die spannende Handlung über die Abenteuer des Seemanns aus York fort, sondern schafft auch ein lebendiges Bild der Zeit und der der Epoche eigenen Weltanschauung, die die Wurzeln vieler Fragen und Probleme der modernen Welt ans Licht bringen.
In diese Ausgabe, neben den beiden Romanen über Robinson Crusoe, wurde der Roman «Leben und Piratenabenteuer des ruhmreichen Kapitäns Singleton» aufgenommen — eine atemberaubende Geschichte über die Irrfahrten in Zentralafrika und das schwierige, gefahrvolle Schicksal eines geborenen Piraten.
Künstler: Walter Paget, Pyotr Pinkisewitsch, Dmitry Kardovsky, Newell Convers Wyeth