Das 18. Jahrhundert – das Jahrhundert der Briefe. Die Korrespondenz überträgt Nachrichten, Ideen, Gefühle, sie beherrscht das Leben sogar derjenigen, die nicht schreiben können – Privatboten, Kuriere, Diener. Die Heldinnen dieses Buches spiegeln ihre Epoche lebhaft wider. Sie nehmen das Feder und schreiben Brief für Brief. Sie bestreuen die frische Tinte mit Sand, falten die Botschaft und setzen den Abdruck ihres persönlichen Siegels. Sie haben keinen Platz im öffentlichen Raum, unter den Männern – nur hinter dem Sekretär in der Stille ihres Schlafzimmers. Die Korrespondenz schenkt ihnen Freiheit. Hier blühen Gefühle, werden Sorgen offenbart, philosophische Fragen aufgeworfen. So finden Frauen im 18. Jahrhundert ihre Stimme.
«Madame de Deffand, die Salonbesitzerin, die nur die intellektuellen Freuden genoss und die Korrespondenz zu einer wahren Kunst des Lebens machte. Die Markgräfin von Pompadour, die omnipotente Favoritin, Vertraute von Ludwig XV. Katharina II., die selbstherrliche Zarin und Freundin der Aufklärungsphilosophen. Julie de Lespinasse, das illegitime Kind, Muse der Enzyklopädisten und verliebte Frau, die an ihren eigenen Gefühlen starb. Isabella von Parma, die Prinzessin als Geisel, die philosophische Erzherzogin, eine geschickte Manipulatorin. Maria Theresia von Österreich, die Kaiserin und despotische Mutter.
Die Madame Roland, eine Intellektuelle, die so glänzend schrieb, aber dennoch nicht Schriftstellerin sein wollte. Marie Antoinette, die Königin im Zentrum des politischen Sturms, die kein anderes Mittel hatte, um die Monarchie und ihr eigenes Leben zu retten. Germaine de Staël, die ihrer Zeit vorauseilende Intellektuelle, die wie ein Mann schrieb und sich verhielt. Die Korrespondenzen dieser Frauen erlauben uns, ins Herz ihres Lebens zu blicken, ihre innere Welt zu verstehen, die Sorgen und Empfindungen zu spüren» (Cécile Berly).