Jevgenij Adolfowitsch Kibrik (1906–1978) - sowjetischer Maler, Grafiker, Meister der Buchillustration. Nachdem er Jahre der Lehre unter der Anleitung herausragender Meister (T. B. Fraerman, K. S. Petrow-Wodkin, P. N. Filonow) durchlaufen hatte, entwickelte er früh seinen eigenen ursprünglichen Zeichenstil, der sich besonders in seiner Buchgrafik deutlich manifestierte. So entstanden bekannte Serien von Illustrationen zu „Kola Brünyon“ von R. Rolland, „Legende von Till Eulenspiegel“ von Ch. de Kosters, „Taras Bulba“ von N. V. Gogol, russischen heldenhaften Epen und vielen anderen Werken - eine besondere, mit nichts vergleichbare Welt der Kibrik’schen Bilder, die den Weg zur neuen, realistischen Kunst des Buches ebnete.
„Arbeit und Gedanken des Künstlers“ ist das abschließende Werk von E. A. Kibrik, eine Sammlung seiner Erinnerungen und Überlegungen, in der der Kunst das Hauptaugenmerk ungeteilt gewidmet ist. Es ist eine Einladung in das kreative Atelier und, breiter gefasst, in die Seele des Künstlers, der Momente der Inspiration und lange Stunden mühevollen Arbeitens erlebt. Vor den Augen des Lesers wird der Schaffensprozess selbst rekonstruiert, in dem Intuition und Strenge analytischen Denkens Hand in Hand gehen, sich gegenseitig überprüfen und herausfordern. Der freie, aufrichtige, oft bekenntnisartige Bericht ist zugleich tief professionell: der Autor schreibt über Komposition, Tonalität, Proportionen, die Suche nach der grafischen Sprache, die für den jeweiligen Gegenstand am besten geeignet ist, und fasst jahrelange Erfahrungen zusammen und systematisiert sie.